top of page

Qualia – Trauma und Energie

  • Autorenbild: Katrin Lisette
    Katrin Lisette
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Wie es sich in dir anfühlt, verändert wie du lebst.


In der Bewusstseinsforschung gibt es ein Wort für den subjektiven Charakter von Erleben: Qualia. Es beschreibt nicht, was du wahrnimmst, sondern wie es sich in dir anfühlt, es wahrzunehmen.


Und genau deshalb heißt meine Arbeit: Qualia – Trauma und Energie. Weil ich immer wieder sehe: Menschen leiden nicht ausschließlich an dem, was im Außen passiert. Sondern an der inneren Qualität, mit der sich ihr Leben anfühlt – in Beziehungen, im Körper, im Denken, im Alleinsein, im Erfolg, in der Angst.


Wenn du dich fragst, was „Qualia“ bedeutet, dann ist das die einfachste Übersetzung: Qualia ist dein innerer Wahrnehmungsraum. Der sehr persönliche Erlebnisraum, den du (meist unbewusst) über alles legst – über einen Blick, ein Wort, eine Pause, deinen Partner, eine Nachricht, einen Sonnenuntergang. Und dieser Raum ist nicht neutral.


Qualia: Was es ist – und was es nicht ist

Qualia ist das unmittelbare Erleben: das „Wie-es-sich-anfühlt“. Warm oder kalt. Eng oder weit. Weich oder hart. Ruhig oder bedrohlich.


Wichtig ist eine kleine, aber entscheidende Unterscheidung:

  • Qualia ist die Erlebnisqualität.

  • Bewertung/Interpretation ist das, was dein Kopf daraus macht.


Im Alltag ist das oft untrennbar vermischt. Aber sobald du beginnst, es auseinanderzuhalten, entsteht etwas sehr Wertvolles: Wahlfreiheit. Dann merkst du: Da ist ein Gefühlton in mir – und da sind Gedanken darüber. Und beides ist nicht automatisch „die Wahrheit“.


Wenn Trauma deine Wahrnehmung färbt

Wenn du ein Bindungstrauma erlebt hast, hat dein System sehr früh gelernt, was es braucht, um emotional zu überleben. Nicht als bewusste Entscheidung. Sondern als Schutzlogik. Wach sein. Scannen. Anpassen. Kontrolle halten. Oder innerlich weggehen, wenn es zu viel wird. Und genau das prägt nicht nur deine Reaktionen, sondern oft auch die Grundfärbung deiner Wahrnehmung. Ich beschreibe es manchmal so: Trauma legt einen dunklen Schleier über deine Welt.


Wissenschaftlich gesagt: Trauma verändert den inneren Kontext, in dem du die Welt erlebst – Aufmerksamkeit, Erwartung, Körperspannung, Sicherheitsgefühl. Und dadurch fühlt sich dieselbe Situation für dich anders an als für jemand anderen.


Typische Muster: wenn Schutz mehr steuert als Freiheit

Dann können Muster entstehen, die du vielleicht gut kennst: Du hast schnell das Empfinden, nicht gemocht zu werden – auch wenn keine reale Ablehnung da ist. Situationen wirken pessimistisch, schwer oder bedrohlich, obwohl „nichts passiert“. Oder du bleibst auffällig positiv und „drüber“, weil das Negative innerlich zu schmerzhaft wäre, um es wirklich zu fühlen.


Und durch diese Verdrehung tappst du manchmal von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Dein System kann nicht frei wählen, sondern "erhält sich". Das ist keine Charakterschwäche. Es ist eine Schutzlogik.


Wenn innen etwas kippt – obwohl außen alles „okay“ aussieht

Viele Menschen beschreiben dann Zustände wie:

  • Traurigkeit, Einsamkeit oder innere Leere – obwohl sie nicht allein sind

  • Hilflosigkeit oder Haltlosigkeit – obwohl sie „funktionieren“

  • Unruhe, Angst oder innere Starre

  • das Gefühl, ständig falsch zu sein oder „nicht zu passen“

  • eine innere Wachsamkeit, als müsste gleich etwas kippen


Wenn ein Nervensystem über längere Zeit in Alarm, hoher Anspannung oder innerer Abtrennung lebt, bleibt das nicht ohne Folgen. Der Körper ist dann dauerhaft in einer Art Schutzmodus: Aufmerksamkeit verengt sich, die Reizschwelle sinkt, Erholung fällt schwer, Nähe wird schnell als Risiko gelesen. Das kann in depressive Verstimmungen, Angst und Panik, aber auch in Misstrauen, Eifersucht, Verlustangst oder Zwangstendenzen mit hineinspielen – als Versuch, innere Unsicherheit durch Kontrolle, Rückzug oder ständige Überprüfung zu regulieren. Nicht bei allen, nicht immer gleich. Aber als mögliche Folge, wenn echte Sicherheit im Inneren kaum noch erfahrbar ist und das System zu selten erlebt: „Ich bin jetzt wirklich in Ordnung.“


Warum ich das auch „Energie“ nenne

Wenn ich von Energie spreche, meine ich nicht „wegzaubern“ und nicht „positiv denken“. Ich meine die spürbare innere Ladung, mit der dein System gerade organisiert ist: Eng oder weit. Angespannt oder weich. Offen oder verschlossen. Verbunden oder getrennt. Im Kontakt oder im Rückzug. Energie ist für mich das, was in dir mitschwingt – oft schneller als Worte. Und genau dort sitzt häufig der Schlüssel: nicht zuerst im Erklären, sondern im Regulieren, Spüren, Neu-Erleben.


Der Wendepunkt: Wenn du dich wieder halten kannst

Heilung bedeutet nicht, dass nie wieder etwas triggert. Heilung bedeutet: Du bekommst wieder mehr Raum. Raum zwischen Reiz und Reaktion. Raum, um zu merken: „Ah – das ist Alarm.“ Raum, um nicht automatisch in den alten Film zu kippen. Und dann verändert sich deine Qualia. Nicht, weil du dich zwingst, anders zu sein, sondern weil dein Nervensystem gelerernt hat:


Jetzt ist jetzt. Und jetzt bin ich sicher.


Reflexionsfrage: Was genau fühlt sich in dir gerade bedrohlich an – und ist es wirklich die Gegenwart oder ein altes Echo?

Du bist nicht allein. Es geht anders. Und du kannst es lernen.

Wenn du magst, begleite ich dich dabei, deine Muster zu verstehen, dein System zu stabilisieren und neue Schritte im Alltag wirklich umzusetzen.


Nimm gern Kontakt zu mir auf:



 
 
bottom of page