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BindungsTrauma als Bewusstseinszustand:

  • Autorenbild: Katrin Lisette
    Katrin Lisette
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Warum wir uns selbst begrenzen, obwohl wir frei sein wollen


Bindungstrauma ist für mich ein Bewusstseinszustand. Ein Zustand, der unser Denken und Fühlen in Begrenzungen festhält – und uns „Wahrheiten“ glauben lässt, die sich irgendwann einmal richtig angefühlt haben, heute aber nicht mehr stimmen.


Viele Menschen kennen solche Begrenzungen, nicht alle davon sind traumatisiert. Nicht jede Prägung hat einen Krankheitswert, nicht immer spricht man von Bindungstrauma. Und doch: Bei Entwicklungs- oder Bindungstrauma kann es sehr tief sitzen. Wenn Eltern psychisch belastet waren, emotional nicht verfügbar, unzuverlässig, überfordert – oder wenn sie sich in ihrer Erziehung auf Methoden gestützt haben, die kein echtes Gefühl von Sicherheit gegeben haben – dann hinterlässt das Spuren. Auch Trennung, Verlust, Tod, das Verlassenwerden oder ein Elternteil, der innerlich „weg“ war, können Kinder zutiefst traumatisieren.


Diese Spuren sitzen nicht nur im Kopf. Sie sitzen tief im Nervensystem fest – und genauso manifestieren sich Grundüberzeugungen und Glaubensätze, die nicht einfach Gedanken sind. Sie werden zu Gefühl. Zu Körper. Zu gelebter Realität.


Und oft sind es gar nicht die „großen Sätze“, sondern das leise, dauerhafte Grundgefühl darunter. Ein Inneres wie:


„Das geht nicht.“

"Meine Meinung zählt nicht"

"Die anderen denken schlecht über mich."

„Ich schaffe das nicht.“

„Ich darf das nicht.“

„Ich muss perfekt sein.“

„Ich darf keine Fehler machen.“

"Die mögen mich nicht."


Manchmal zeigt es sich als Pessimismus, als permanenter Druck, als Perfektionismus oder Zwang. Manchmal als inneres Kleinmachen oder als Funktionieren. Und manchmal als scheinbar „unlogische“ Angst vor genau dem, was du dir eigentlich wünschst.


Was Eltern uns über uns erzählen ohne es zu merken – und wie unbewusst dadurch ein Bindungstrauma enstehen kann

Deine Eltern haben dir wahrscheinlich viel über dich vermittelt. Direkt oder indirekt. Durch Worte – oder durch ihr Verhalten. Und irgendwann hat etwas in dir angefangen zu glauben: „So bin ich.“ „So ist die Welt.“ „So funktioniert Liebe.“ Was war es bei dir? Spürst du es schon?


Wenn du gerade noch keine klare Antwort hast, ist das nicht schlimm. Viele Überzeugungen sind

nicht bewusst abgespeichert wie eine Akte. Sie zeigen sich eher im Alltag – in Beziehungen, in Konflikten, in Nähe und Distanz, in Eifersucht, in Rückzug, in Anpassung. Und ja: Auch Geld, Erfolg, Sichtbarkeit, Gesundheit und Selbstwert hängen oft viel stärker an diesen inneren Überzeugungen, als wir wahrhaben wollen.


Häufige Grundüberzeugungen sind zum Beispiel:


„Ich bin nicht liebenswert.“

„Ich bin falsch.“

„Ich störe.“

„Ich muss für Liebe leisten.“


Das Verrückte: Wir beweisen uns täglich, was wir sowieso schon glauben

Und jetzt kommt etwas, das viele zuerst irritiert: Wir richten unser Bewusstsein oft genau so aus, dass wir uns diese Überzeugungen immer wieder „beweisen“. Nicht, weil wir das bewusst wollen. Sondern weil unser Körpter-Geist-Seele-System so läuft.


Wir suchen – unbewusst – Situationen, Menschen, Dynamiken und Deutungen, die bestätigen: „Siehst du? Ich bin nicht genug.“

„Siehst du? Ich werde wieder verlassen.“

„Siehst du? Ich muss mich anstrengen, um geliebt zu werden.“


Ist das nicht verrückt?

Und gleichzeitig so menschlich.


Warum wir das tun: Das System will Stimmigkeit

Warum tun wir das? Die Antwort liegt in unserem System. Es will Kongruenz.

Es will innere Stimmigkeit. Denn Stimmigkeit fühlt sich – kurzfristig – sicher an.


Das System greift dann auf das zurück, was es kennt: bekannte Strategien, bekannte Muster, bekannte Rollen. Das ist energiesparend. Das ist vertraut. Und vertraut fühlt sich für unser Nervensystem oft sicherer an als neu – selbst wenn es uns weh tut.


Bei Trauma wird es nur paradox: Die „Stimmigkeit“, die hergestellt werden soll, bringt keine Ruhe – sondern Angst, Panik, Rückzug, Drama oder Überanpassung. Weil das, was „bekannt“ ist, nicht wirklich sicher war. Genau so, wie du es vielleicht aus der Kindheit kennst.


Das Gute: Dein System ist nicht dein Feind

Das Gute ist: Dein System meint es nicht gegen dich. Es versucht, dich zu schützen – mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, als du klein warst. Trauma ist für mich ein System, das sich irgendwann „verdreht“ hat: Ein Schutzmechanismus, der nie wieder ganz in die Normalität zurückgefunden hat. Und der dich heute in Begrenzungen hält – obwohl du längst mehr könntest.


Und genau hier setze ich an. Ich bringe wieder Ordnung in dein System:

mehr Ruhe, mehr Klarheit, mehr Wahlfreiheit. Nicht mit Druck. Nicht mit „Reiß dich zusammen“. Sondern indem wir verstehen, was da wirkt – und es Schritt für Schritt neu ausrichten.


Wodurch entstehen falsche Grundüberzeugungen?

Vielleicht hilft dir zum Einstieg diese Liste. Nicht, um „Schuldige“ zu suchen, sondern um Zusammenhänge zu erkennen.


Falsche Grundüberzeugungen entstehen häufig durch:


* Unberechenbare Stimmung der Eltern (du wusstest nie, woran du bist)

* Liebe an Leistung gekoppelt („wenn du brav bist…“, „wenn du gut bist…“)

* emotionale Nicht-Verfügbarkeit (körperlich da, innerlich weg)

* Abwertung, Beschämung, permanente Kritik

* Parentifizierung: du warst „zu früh groß“ und hast Verantwortung getragen

* Überkontrolle/Überbehütung: wenig Raum für eigene Grenzen und Vertrauen

* Streit, Sucht, psychische Erkrankung, starke Überforderung im Elternhaus

* Trennung, Verlust, Weggang oder Tod eines Elternteils

* ständiger Vergleich („warum bist du nicht wie…“)

* Gefühle wurden nicht gehalten („stell dich nicht so an“, „reiß dich zusammen“)

* Grenzverletzungen: körperlich oder emotional

* Loyalitätskonflikte: du musstest vermitteln oder Partei ergreifen


Reflextionsfrage: Welcher Teil in dir reagiert gerade – und welcher Teil wird traurig, weil er spürt: Es muss doch anders gehen, oder?

Du bist nicht allein. Es geht anders. Und du kannst es lernen.

Wenn du magst, begleite ich dich dabei, deine Muster zu verstehen, dein System zu stabilisieren und neue Schritte im Alltag wirklich umzusetzen.


Nimm gern Kontakt zu mir auf:



 
 
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